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21.10131 Lesung aus Max Manheimers "Spätes Tagebuch"

Aus den Erinnerungen von Max Mannheimer (1920-2016)

Es liest und erzählt Michael Stacheder

Max Mannheimer hat alles durchlitten, was einem Menschen in dem von den Deutschen entfesselten
Inferno zustoßen konnte: Demütigung, Vertreibung, Internierung im Ghetto, Tod fast der ganzen Familie
in der Gaskammer, Arbeitslager und KZ, Hunger, Krankheit und Misshandlung. Wie durch ein Wunder hat
er die Hölle überlebt. Mannheimer sprach lange nicht über das, was er erlebt hatte. Erst, als er irrtümlich
seinen Tod nahe glaubte, entschloss er sich, für die Nachgeborenen das Erlittene festzuhalten.
Max Mannheimer war bis zu seinem Tode im September 2016 unermüdlich tätig in Vorträgen,
Diskussionen und Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Dachau. In zahllosen Veranstaltungen, vor allem
auch in Schulen, leistete er die schmerzlichste Arbeit der Erinnerung. Sein Spätes Tagebuch ist ein großes
menschliches Dokument und erschien erstmals 1983.

"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah.
Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon."(Max Mannheimer)

Dieses mahnende und auftragsgebende Vermächtnis Max Mannheimers, des unermüdlichen Aufklärers
und Shoah-Überlebenden, hat in den vergangenen Jahren, Monaten und Wochen an trauriger Aktualität
gewonnen. Verstörend nehmen wir die Zunahme von Antisemitismus, Rassismus und Feindlichkeiten
gegenüber anderen Kulturen in unserer Gesellschaft wahr. Das Verstörende darf uns aber nicht lähmen,
sondern wir müssen stärker aktiv werden. Wir dürfen nicht länger schweigen, wegsehen und es tolerieren,
dass sich die Sprache von Hass und Hetze in unserer Mitte festsetzt und sich radikalisiert in rassistischen
Terror- und Gewalttaten. Wir, als Zivilgesellschaft sind gefordert, wir tragen die Verantwortung, dass in
unserer Gesellschaft ein demokratisches Miteinander gelebt wird. Wir müssen einstehen, für eine
kulturverbindende und lebendige Gemeinschaft. Wir, als verantwortungsvolle Zivilgesellschaft haben es
in der Hand und die Verantwortung, dass "es nicht mehr geschieht".

Der Verantwortung bewusst, besucht Michael Stacheder mit seiner Lesung aus Max Mannheimers Spätes
Tagebuch Schulen, Kulturhäuser und andere Bildungseinrichtungen, um aus den Erinnerungen Max
Mannheimers zu lesen und zu erzählen. In seinen bisherigen Inszenierungen hat sich der Regisseur und
Schauspieler bereits mehrmals mit dem Terror des Nationalsozialismus auseinandergesetzt und engagiert
sich seit mehreren Jahren in der Erinnerungsarbeit. So initiierte er 2018 zum ersten Mal in Bad Aibling die
Max-Mannheimer-Kulturtage, die 2020 zum dritten Mal in Folge stattfinden.

Aufführungs- und Leserechte / Piper Verlag München.
Max Mannheimer © Eva Faessler (Max Mannheimer © Eva Faessler)

Kursort

Sondershausen - Regelschule Franzberg, Mensa

Max - Reger - Str. 8
99706 Sondershausen


Termine

Datum
1. Termin am 10.11.2021
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ort: Max - Reger - Str. 8, Sondershausen - Regelschule Franzberg, Mensa